Als wir letztens auf dem Maschuk waren, haben wir bewundert, wie sich waghalsige Menschen mit bunten Schirmen vom Abhang stürzten.
Ok, also weniger dramatisch ausgedrückt: wir haben Paraglider beobachtet.
Wir mussten also nur noch den Weg den Berg rauf finden. Berge waren ja überall. Wege eher nicht...
Nach erneutem Nachfragen haben wir hinter einem Kuhhirten mit 6 Kühen einen steinigen Pfad erklommen. Dann kam ne Kurve. Ich wollte ja nach links...aber die anderen wollten lieber den schmäleren Pfad gradeaus...
War auch echt wunderschön da. Blauer Himmel, mit weißen Wolken, herbstlich bunter Wald, graue Felsen.
Nur Paraglider waren weit und breit nicht zu sehen. Das war uns erstmal egal. Wir haben halt etwas die natürliche Stille auf dem Berg genossen, Schmetterlinge beobachtet und Kuhfladen vermieden. Wärs ein wenig wärmer gewesen und hätte ich ein Buch gehabt, hätte ich mich da erstmal nicht mehr wegbewegt.
Aber wir wollten ja nun doch eigentlich - wenn schon nicht am gleichen Tag fliegen - wenigstens noch rausfinden, wo man da eigentlich hin muss. Wir waren sowieso ewas verwirrt, dass wir da irgendwo in die Pampas geschickt wurden, wo wir doch eigentlich vom Maschuk, der direkt hinter Uni liegt, springen wollten. So haben wir halt noch ein wenig die Aussicht genossen und haben uns dann wieder an den Abstieg gemacht.
Da hatten wir es also endlich gefunden und waren doch schon wieder kurz davor kehrtzumachen und wann anders wiederzukommen, da zeigte sich plötzlich ein Mensch. Er hat uns nicht grade freudig begrüßt, doch als wir fragten, ob man da denn wohl paragliden könnte, meinte er: Nu, konjeschno. (Ja, natürlich.)
Von da an gings plötzlich ganz schnell, er meinte noch, dass halt nur Zweisitzer möglich ist, dann hat er seinen Schirm aus dem Schuppen geholt, wir sind ein paar Meter zur Startwiese gelaufen und schon war Katha in der Luft.
Leider war es schon etwas spät und die Sonne verschwand grade hinterm Berg. Kühl wurde es leider auch, aber: wir hatten es geschafft!!!
Selbstlos, wie ich bin, habe ich mich bereit erklärt als letzte zu fliegen. So durfte ich Annes Nervosität und Kathas Freude nach der Landung miterleben. :-)
Etwas komisch ist es natürlich schon, sich in völlig fremde Hände zu begeben, wenn man nicht mal wirklich versteht, was man tun soll. Aber so viel zu tun gibt es eigentlich nicht. Nur der Start ist etwas schwierig. Aber wir haben es alles geschafft. Und es war echt schön. Man hat kaum gemerkt, dass man nur an einem Stückchen Stoff in der Luft hängt. Es war zwar ziemlich kühl und der Wind rauschte einem in den Ohren, aber so ähnlich müssen sich wohl auch Vögel fühlen. :-)
Da es schon so spät war, sind wir alle nur ca. 15Minuten geflogen. Normalerweise ist ein bezahlter Flug wohl länger, deshalb haben wir etwas Rabatt bekommen und haben alle zusammen 2000Rubel (ca. 6o€) bezahlt.
So, hier ein Foto von mir am rosa Schirm, auch wenn man natürlich nicht erkennt, dass da wirklich ich dranhänge. Aber ich wars. ;-)
Als wir fertig waren hatten wir sogar noch das Glück von jemandem im Auto mitgenommen zu werden, so dass wir nicht mehr den Berg runterkraxeln mussten. Wir waren ja auch schon genug herumgeklettert um den Platz überhaupt zu finden.Die Rückfahrt in der marschrutka war etwas kühl, aber alles in allem, war es doch ein sehr gelungener Tag, an dem doch immer alles irgendwie so gekommen ist, wie es sollte.
Wären wir zum Beispiel zwei Stunden früher beim Deltaklub angekommen, wäre es noch windstill und ziemlich grau gewesen, das heißt, es wäre nur halb so toll gewesen. So hatten wir noch eine schöne Wanderung und den richtigen Wind zum Paragliden.
Beschwingt,
Isa
2 Kommentare:
Klingt ja wirklich nach einem tollen Tag. Ich kenne 2 Leute, die nach ihrem ersten Flugversuch an nichts Anderes mehr denken konnten und unglaublich viel gearbeitet haben, um möglichst oft an diesem Schirm segeln zu können. Es soll das Größte auf der Welt sein und sich bewußteseinsverändernd auswirken. Leider ist einer von ihnen dann auch mal für immer abgestürzt, das soll aber die Ausnahme sein. Siehst Du denn nach Deinem Flug jetzt die Welt mit anderen Augen?
Hm, nö... bewusstseinsverändernd war es nicht.
Aber das selbst zu können ist bestimmt toll. Und auch gar so kompliziert, glaube ich. Aber man braucht verdammt viel Kraft in den Armen. Das haben wir rausgefunden, als wir alle mal selber lenken durften.
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