Samstag, 10. November 2007

Immer soll die Sonne scheinen

Tadah!

Bin auch mal wieder da.

Und ihr dürft euch geehrt fühlen. Wir waren nämlich gestern im Fernsehen. Aber Autogramme gibts erst, wenn ich wieder in Deutschland bin. ;-)

Am Mittwoch hat uns unsere Lehrerin gefragt, ob wir was dagegen hätten, im Interview kurz zu erzählen, warum wir Russisch lernen. Also zu Thema: Russisch als Fremdsprache.

Eigentlich hatten wir keine Lust, aber naja, zu dritt haben wir uns dann am Donnerstag in der Mittagspause doch aufgerafft.

Zuerst mussten wir samt zweier Sudanesen und einer Amerikanerin eine gefakte Unterrichtsstunde stellen. Wir haben einen tollen russischen Text vorgelesen und wurden dabei tonlos gefilmt. Dann hat jeder von uns sechsen ein paar Fragen beantwortet. Woher wir kommen, warum Russisch, was an Russisch schwierig ist, ob wir schon mal russische Autoren gelesen haben und, ganz wichtig, ob wir denken, dass in unserem Land Bedarf an Russischlehrern besteht. Denn...es wurde gesagt, dass wir alle vorhaben später Russisch zu unterrichten. Soviel zur Korrektheit im russischen Fernsehen. (Aber das ist woanders wohl auch ähnlich.) Naja, im Interview selbst haben wir drei Deutschen dann trotzdem jeweils gesagt, dass wir eigentlich Übersetzer bzw. Dolmetscher werden wollen. Naja, die Sudanesen haben jeder ein Gedicht rezitiert und wir durften eines unserer im Unterricht erlernten Lieder vortragen. Wir haben uns auf den Refrain beschränkt.


Immer soll die Sonne scheinen,

immer soll der Himmel blau sein,

immer soll die Mama da sein

und immer auch ich.


Tja, gestern wurde das dann ausgestrahlt und oh Wunder es wurde sogar wirklich zur angegebenen Zeit auf dem Lokalsender STS gezeigt im Rahmen einer Lokalzeit. Wie gesagt, zum Thema Russisch als Fremdsprache, da Russisch im Ausland immer populärer wird. Russisch wurde außerdme als die Sprache Puschkins und Tscheburaschkas* bezeichnet.

Und dann kamen wir tatsächlich vor. Mohammed (der eine Sudanese) wurde beim Gedichtaufsagen gezeigt, wir beim stillen Lesen, jeder einmal in groß und, zum Abschluss, unser Lied.

Super...wozu haben wir dann die doofen Fragen beantwortet?!? Naja, ehrlich gesagt, hatten wir genau das erwartet. Nur, dass nicht mal einer von uns allen irgendwie zu Wort kam, war doch etwas enttäuschend.

Wie dem auch sei: Wir waren im Fernsehen!! ;-)


Fast berühmt,

Isa


*Tscheburaschka ist ein kleines haariges Plüschtier mit übergroßen Ohren, das in Russland durch zahlreiche Trickfilme und die Bücher des Schriftstellers Eduard Uspenski weit bekannt ist.

Freitag, 9. November 2007

日光 / Besuch in der Sonnenscheinstadt

Nikkō, etwa 150km von Tokyo entfernt, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Japaner aufgrund der sich dort befindlichen historischen Staetten (Unesco-Weltkulturerbe!). Es ist auf alle Fälle ein Besuch wert, am besten mit Übernachtung, da auch die Natur dort wunderschön ist. Ich habe mich vorletzten Mittwoch mit Jim auf den Weg dorthin gemacht und nach 3 Mal umsteigen und 3 Std. Fahrt waren wir auch endlich da. Et voilà:











Sehen wir nicht aus wie Geschwister!? Warum auch immer kommen meine engsten Freunde entweder aus Canada, Hong Kong, oder sind Hong Kong Canadier...


Und zum Schluß noch einige bekloppte Bilder: Um sich und andere Leute nicht mit Erkrankungen anzustecken, sieht man in der Bahn öfters Leute mit unten abgebildeten Masken. Aufgrund meines etwas schwächelnden Immunsystems, wurde mir auch angeraten so ein Modell zu tragen... Aber will ich das wirklich!?


Und noch ein ganz typisches Bild aus einem sogenannten "Purikura" - eine Lieblingsbeschäftigung von japanischen Mädchen, die für umgerechnet 2,40Euro in diesen Automaten ca. 6 Bilder von sich schießen lassen können mit den unmöglichsten Hintergründen (auch Badewanne, Kathedrale oder was auch immer...) und zusätzlich noch nachträglich diese verzieren dürfen (siehe Haarfarben, jeglichen Kopfschmuck oder japanische Wörter...)

Samstag, 3. November 2007

Dies und das

Da es nichts besonderes zu berichten gibt, mal eine kleine Sammlung:

Wetter
Heute gabs den erste Schnee, sehr feucht und grau, aber umso erstaunlicher, da es gestern noch um die 18 Grad warm und schön war:

Uni
Da hier am 4.November ein Feiertag ist, den kein Russe wirklich erklären kann, haben wir hier am Montag frei. Das machen die hier wohl immer so, wenn ein Feiertag auf einen Sontag fällt. Dann hängen sie den Montag zum Ausgleich dran.
Gefeiert wird sowas wie Eintracht, Einigkeit und Versöhnung. Aber sicher sind sich die Russen da, wie gesagt, nicht. Naja, wie freuen uns einfach über unser langes Wochenende, auch wenn das Wetter da nicht so mitspielt.

Gesundheit
Die meine spielt momentan leider auch nicht wirklich mit. Mein Magen grummelt vor sich hin, ganz egal, was ich ihm vorsetze. :-(

Freizeitgestaltung
Ich war jetzt zweimal bei einem "Chor" von Deutsschstudenten. D.h. eine Deutshclehrerin hat das organisiert, um ihren Studenten Sprachpraxis zu ermöglichen. Leider hat die Frau absolut kene Ahnug von Musik. Wir wurden halt eingeladen, sie als Muttersprachler zu unterstützen. Bisher singen sie "Die Tiroler sind lustig" und "Grün, grün, grün sind alle meine Kleider". Sehr frustrierend. Wir werden ihnen jetzt "Es ist Sommer" von den Wiseguys beibringen. Grade bei dem aktuellen Wetter sehr angebracht.
Außerdem habe ich mich im Fitnesszenter angemeldet. Das ist hier direkt um die Ecke und irgendwas muss man ja schließlich tun. Wobei mein größter Motivationsfaktor dabei die inklusive Sauna war.

Мы - чемпионы - We are the champions
Letztens waren wir zu einer Feierlichkeit zur Einweihung eines neurenovierten Hörsaals eingeladen. Bevor es losging, lief die ganze Zeit ein Video von den Vorbereitungen mit "We are the hampions" im Hintergrund. Zur Feier wurde getanzt gesungen und gesprochen. Getanzt und gesungen von Studenten, gesprochen vom Direx und vom Dekan der Fakultät. Wir dachten tatsächlich, dass die hier jedes Mal, wenn es "voran geht" sowas machen, aber dann haben wir erfahren, dass das doch eine Ausnahme war. Die darauf zurückzuführen ist, dass die "Filfak" (philologische Fakultät) einfch gerne feiert. So gesehen ist es ja nett, anders wäre es ziemlich übertrieben...

2 Monate
Ja, wer hätte das gedacht. Haste nicht gesehen, sind zwei Monate vergangen. Geändert hat sich eigentlich nicht besonders viel.
Wenn mir was einfällt, schreib ich vielleicht nochmal was.

Müde,
Isa

Freitag, 2. November 2007

Innovative Küche in Japan

So, nachdem ich jetzt schon öfters nach dem japanischen Essen gefragt worden bin, kommt hier endlich der dazu passende Report.

Unter japanischem Essen stellen sich die meisten Deutschen Sushi vor - die japanische Küche hat aber noch anderes zu bieten wie Tonkatsu, Udon/Soba, Ramen, Okonomiyaki usw. Diese Begriffe werden dem Nichtkenner der japanischen Kochkultur eher wenig sagen, so dass ich sie zunächst kurz erläutern werden: Tonkatsu ist eine Art paniertes Schweineschnitzel; Udon/Soba, sowie Ramen sind alles Nudelarten, meistens mit, bzw. in Suppe serviert und Okonomiyaki wird bei Wikipedia als Mittelding zwischen Pfannekuchen und Pizza beschrieben, ist aber doch ganz anders. In den Mensen meiner Universität gibt es grundsätzlich alle Nudelsuppenarten, Curryreis (Reis mit Rinderhackcurrysauce) und Tonkatsu mit verschiedenen Beilagen. Die Mensen sind so aufgebaut, dass man zunächst an einem Ticketautomaten sein Menü wählt, bezahlt und dafür ein Menüschein erhält, wo dann bspw. „Curryreis“ draufsteht, mit diesem zur Essensausgabe geht und sein Essen in die Hand gedrückt bekommt. An Menüs gibt es meist ein bis zwei zur Auswahl, dir auch recht lecker aussehen. Leider kann ich nichts zu dem Geschmack dieser Menüs sagen, da Japaner zwar wenig Mengen an Fleisch essen, dafür aber überall zumindest etwas Fleisch beinhaltet ist (bspw. beim Curryreis) und da ich noch immer Vegetarierin bin, scheiden daher 90 % der Mensagerichte für mich aus. Die Nudelsuppen sind aber sehr gut und der „Plain rice“ ist nuja, etwas langweilig. Daher koche ich meistens für mich – und das äußerst innovativ. Jeder der mich näher kennt, weiß dass ich mit Käsebroten am zufriedensten bin. Nur leider gibt es hier weder das passende Brot (das übliche deutsche Problem) noch den passenden Käse (es sei denn, man möchte 2,40Euro für 50g Gouda ausgeben), so dass ich mich morgens und abends meistens mit Peanutbutterweißpappmatschbrot zufrieden gebe. Man gewöhnt sich an alles… Und meine Kochkunst besteht meistens darin, verschiedene Sachen in die Pfanne zu schmeißen und zu gucken, was bei rauskommt. In Deutschland habe ich immer streng nach Rezept gekocht, hier habe ich aber weder ein Kochbuch, noch deutsche Zutaten.

So habe ich mich in den ersten Wochen mit Bratkartoffeln (musste mich erstmal mit mehligkochenden Kartoffeln abfinden) und Mais aus der Dose zufrieden gegeben. Nach und nach werde ich aber immer mutiger, so wie gestern: Nachdem ich meine Liebe für Okonomiyaki entdeckt habe (Grundteig besteht aus Grünkohl, Wasser, Mehl und Ei, dazu was man will), habe ich den Grundteig mangels Zutaten in meiner Wohnung etwas abgeändert und tatsächlich Salat statt Grünkohl genommen, diesen mit Ei, Wasser, Mehl, Mais und Schmelzkäse verrührt und in die Pfanne gehauen. Das Ergebnis sah dem Okonomiyaki überraschend ähnlich J Vielleicht hat es auch so geschmeckt, wegen Grippe und daher resultierenden mangelndem Geschmacksnerv kann ich zu dem Geschmack leider (oder Gott sei Dank!?) nichts sagen. Eden, meine kanadische HongKongfreundin meinte, es wäre in Ordnung gewesen. Heute war ich dann wieder so innovativ und habe diesmal Kartoffeln mit Mais, verrührtem Ei und Käse in die Pfanne gehauen und es war nicht mal so übel. Japanisch würde ich sagen, es war MAMA, was soviel wie ok heißt. Abschließend ist zu sagen, dass ich zwar auf alle Fälle Mamas Kartoffelgratin und Gehlens Knoblauchrahm vermisse, man sich aber auch an neue Sachen gewöhnen kann J

Und es bleibt die Frage: Warum kochen wir eigentlich kein Salat!?

Sonntag, 28. Oktober 2007

Freitag, 19. Oktober 2007

Fotos!!!

Aussicht vom Tokyo Metropolitan Office (Rathaus) bei Dämmerung - ähnlich wie bei Lost in Translation... :)Meine Agehagruppe - mir war etwas kalt, so dass ich mir den Sophia Pulli von Jim geliehen habe. Außerdem muss man doch auch mal ganz stylisch mit Rock, High Heels und diesem eleganten Pulli rumlaufen, der auch jedem mitteilt, dass wir an der drittrenommiertesten Privatuni Tokyos studieren;)


Der DJ, scheinbar recht bekannt in Fachkreisen, zu denen ich natürlich nicht gehöre.


Und meine Horrorschuhe - sie sind viel höher als sie aussehen! ;)

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Legenden um Elbrus, Beschtau und Maschuk

Wie das so ist im Gebirge, sprudeln die Legenden natürlich nur so aus den heißen Schwefelquellen.
Eine sehr interessante hat uns unsere Grammatiklehrin erzählt. Ich hab nicht alles verstanden, aber ich versuche mal, sie so gut wie möglich wiederzugeben.

Es waren einmal Vater und Sohn. Die liebten beide die gleiche Frau, die da hieß Maschuka. Sie jedoch war von beiden Männern sehr geschmeichelt und konnte sich nicht für einen entscheiden. Das erboste die Männer natürlich und sie versuchten beide Maschuka für sich zu gewinnen und den Konkurrenten auszuschalten. Eines Tages hielt der Sohn es nicht mehr aus. Er nahm eine Keule und schlug damit seinem Vater, Elbrus, auf den Kopf. So dass dieser mittendurchgeteilt wurde. In seinem Todeskampf nahm Elbrus noch einmal alle verbliebenen Kräfte zusammen und warf seinen Sohn weit weg, so dass er in fünf Teile brach.
Aus Trauer über dieses Unglück konnte auch Maschuka nicht mehr länger leben. So wurden alle drei zu Stein und der Elbrus hat bis heute zwei Kuppeln. Der Sohn wurde zum Beschtau mit den fünf Gipfeln und der Maschuk steht immernoch zwischen den beiden Rivalen.

Eine etwas andere Version habe ich im Interent gefunden, aber eigentlich ist es ja auch egal. Wahrscheinlich gibt es noch zig andere Varianten. Hier die zweite:

Maschuk und Beschtau liebten einander sehr. Doch der Vater von Beschtau, Elbrus, war gegen diese Liebe. Da stieg Beschtau auf den höchsten Berg und nahm sich das Leben. Daher stammt der heutige Name des Berges. Maschuka starb innerhalb von wenigen Tagen vor Trauer. Deshalb wurde nach ihr der schlafende Vulkan benannt. Elbrus war nach dem Tod der beiden auf die ganze Welt erbost, und sein Herz verwandelte sich in ein Stück Eis, aus dem ein Gletscher wurde.

Tja, im Prinzip ähnlich, aber es erklärt nicht die vielen Gipfel...

Ich persönlich finde ja immer, dass der Elbrus aussieht wie ein überdimensionaler, weißer Busen.

So, Ende der Märchenstunde.

Isa

Herbstspaziergang

Heute war ein wunderschöner klarer Herbsttag und da ich nichts Besseres zu tun habe, dürft ihr jetzt von den Fotos profitieren. ;-)

Zunächst hatten wir das Glück morgens im vierten Stock Unterricht zu haben, mit Blick auf den Elbrus.

Vom Wohnheim aus kann man immer sehr schön den Beschtau bewundern. Der neben den zwei hier sichtbaren Gipfeln noch drei andere und somit der Stadt Pjatigorsk ihren Namen - nämlich "Fünf Gipfel/Berge" - gegeben hat. "besch tau" steht auf georgisch, armenisch oder sonst irgendsone alte Gebirgssprache auch für "fünf Berge". Wenn ich mich nicht irre, heißt auch auf Türkisch "besch" fünf. Die Gebäude die man heir davor sieht, finde ich allerdings auch immer wieder interessant.

Aufgrund des schönen Wetters beschlossen Anne und ich nach der Uni, auf den Maschuk zu steigen um die Aussicht von oben zu genießen. Leider war in Richtung Elbrus (seines Zeichens übrigens höchster Berg Europas, jedenfalls wenn man ihn noch zu Europa zählt) schon ziemlich viel Dunst aufgestiegen, so dass wir beim worota ljubwji (Liebestor) halt machten und stattdessen den Beschtau betrachteten.

Bisher konnte uns noch keiner wirklich erlären, warum das Liebestor Liebestor heißt...wahrscheinlich einfach nur, weils ein beliebtes Plätzchen für Pärchen ist.

Herbstwölkchen...
Etwas schiefer Blick, aber schöne Aussicht ;-)
Mit der Sonne im Rücken haben wir noch eine saftig leckere Apfelsine genossen. (Ich weiß auch nicht, warum ich es momentan so toll finde, Obst zu fotografieren.)
Für den Rückweg haben wir dann mal neue Pfade erkundet. Nämlich nicht die übliche Straße entlang, auf der man ständig auf rasende Autos gefasst sein muss, sondern einfach querfeldein.
Eine sehr gute Entscheidung.
Viele bunte Blätter...
Im Herbstdunst (von weitem) sieht sogar die Stadt idyllisch aus.
Über diese schilfartigen Pflanzen waren wir zwar sehr verwundert, aber auf jeden Fall boten sie ein tolles Motiv. (Im Hintergrund wieder der Beschtau.)
Wieder halbweg in der Zivilisation angelangt hörte wir ein Kätzchen schreien. Das ist hier grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, es gibt hier wohl tausende von Straßenkatzen (und auch Hunden), aber dieses klang wirklich höchst erbärmlich. Irgendwann entdeckten wir dieses arme Tierchen im Baum.Unten warteten seine Geschwister und miauten nicht minder verzweifelt.
Am liebsten würde ich hier immer alle Tiere einsmmeln und groß und stark pflegen. Aber das ist wohl ein aussichtloses Verfangen, da muss man irgendwie einfach abstumpfen. Aber es ist doch jedes Mal wieder herzzerreißend. :-(
Naja, aber davon abgesehen war es ein sehr schöner Spaziergang. Ich hoffe, uns werden noch ein paar so schöne, laue Herbsttage gegönnt.
Herbstlich erfrischt,
Isa

Sonntag, 14. Oktober 2007

Der Teufel trägt Prada, Japaner tragen Gucci und Britta trägt unfreiwillig 6 Std High Heels...

Einen nicht ganz so ereignisreichen, aber doch interessanten Tag habe ich gestern mit dem Lieblingshobby der Japaner verbracht - dem Shoppen. Hierzu bin ich nach Ikebukuro - der nächsten Shoppingmeile von mir aus - gefahren und bin dort dann im Tobu und im Seibu erstmal herumgelaufen. Tobu und Seibu gehören zu den weltgrößten Kaufhäusern und meiner Meinung auch zu den teuersten. Man muss vielleicht dazu sagen, dass der Großteil der Japaner (auch die Männer) extrem mode- und Markenbewusst ist. Passenderweise bin ich auch an der Modeprinzessinnenuni gelandet, hust* Jedenfalls sieht herumlaufen in den Modehäusern so aus, dass quasi jede Minimarke ihren "Stand" (Ausstellung wäre vielleicht das geeignetere Wort, weil alles wirklich sehr elegant ist) hat und man durch die Gänge schlendert und sich Sachen anguckt, die man sich nicht leisten kann. Ehrlich habe ich mich gefühlt wie die Hauptdarstellerin des Filmes "Der Teufel trägt Prada". Die Verkäuferinnen und auch die Shoppinginteressierten waren alle sehr fashionmäßig angezogen (sprich ultrakurze Hose oder Rock, dazu ein Top im Empirestil - in Deutschland für Schwangere gut geeignet - und Stiefel oder Pumps, hier muss die Mindestabsatzhöhe aber bei 6 cm liegen) und ich kam da dann an mit meinen Sneakers, Jeans und einem einfach T-Shirt... Nuja, jedenfalls wie schon beschrieben war das nicht ganz so meine Preisklasse und eigentlich wollte ich doch nur ein paar billige High Heels als Witz für den Abend kaufen... Nach einigem Stunden herumirren wurde ich dann im Sunshine City Center fündig: für umgerechnet 11 Euro habe ich mir ein paar wunderschöne, total unbequeme High Heels gekauft. Auch habe ich Kleidung gefunden die ich möglicherweise hätte bezahlen können, wenn ich was gekauft hätte :) Jedenfalls war abends dann Party in Ageha angesagt - einer der größten Discos der Welt mit bis zu 3000 Leuten und Minipol und was man sich sonst auch immer vorstellt. Hierzu wollte ich dann auf Wunsch von Jim KURZ in diesen High Heels herumlaufen und dann wieder zu meinen Ballerinas wechseln...
Haha, Pustekuchen, da ich meine Tasche in die Schließfächer getan habe, war es nicht gestattet rauszugehen und wieder reinzukommen, so bin ich tatsächlich 6 Std. in diesen unbequemen Teilen herumgestöckelt... :( Die Disco an sich war gut, zwar war Trance angesagt, aber sehr professionell! Was mir aufgefallen ist, dass die Musik bei weiten nicht so laut ist wie bspw. im Forum in Trier. Man konnte sich noch verstehen wenn man lauter geredet hat. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass die eines der Top Sound-Systeme Japans haben und es nicht nötig ist, die Lautstärke voll aufzudrehen. Die Leute, mit denen ich weg ware (Megan, meine Wohn- und Klassensitznachbarin und 7 Jungs, teils Austauschstudis, teils Japaner) waren auch sehr nett. Um 5h14 haben wir dann den zweiten Zug zurückgenommen (nein, auch in Tokyo fahren zwischen 1hoo und 5hoo keine öffentlichen Verkehrsmittel) und ich habe den Fehler gemacht, wie die Japaner es immer tun, einzuschlafen. Aufgewacht bin ich dann in Wakoshi, der Endstation der Linie und definitv nicht meine "Heimatstation". War aber an sich nicht das große Problem, bin ich eben wieder zurückgefahren, wäre aber doch lieber was früher in meinem Bett gelandet. Heute muss ich dann lernen, weil wir wieder, wie überraschend, morgen ein Test haben (haben wir jeden Tag) und nachmittags fahre ich zu meinem Cousin nach Fujisawa der ein Hobbygitarristenkonzert gibt.

Samstag, 13. Oktober 2007

Eigentlich wollten wir ja vom Maschuk springen - Odyssee zum Paragliding

So, damit hier mal wieder ein bisschen Aktion reinkommt, eine Schilderung meines gestrigen Tages.
(Für die Kurzfassung guckt doch mal unter http://ljaguschkaputeschestweniza.blogg.de/ )

Als wir letztens auf dem Maschuk waren, haben wir bewundert, wie sich waghalsige Menschen mit bunten Schirmen vom Abhang stürzten.
Ok, also weniger dramatisch ausgedrückt: wir haben Paraglider beobachtet.

Da wir erfahren haben, dass es nicht allzu teuer ist, da mal mitzuspringen, haben wir uns erkundigt, wo man sich da...äh mal erkundigen könnte.

Da konnte uns keiner wirklich weiterhelfen.

Aber irgendwie kam es zu der Information: Geht zur marschrutka-Station am werchnij pynok (oberen markt), setzt euch in die 110 (oder 111) und Fahrt bis zum dworjez kultury (Kulturpalast). Dort angekommen geht einen Weg den Berg hoch und dann seht ihrs schon...

Da haben wir uns also gestern Mittag zu dritt aufgemacht um mal etwas mehr heruszufinden.

Die marschrutka zu finden war kein Problem, sich reinzusetzen auch nicht, an der richtigen Stelle aussteigen wurde schon schwieriger. Naja, aber nach 6 Wochen Russland natürlich auch kein wirkliches Problem. Da sind wir also angekommen beim dworjez kultury.

Hm...ja...war sehr schön da. Eine kleine Siedlung außerhalb Pjatigorsks. Ziemlich ausgestorben, aber dank des schönen Wetters pittoresk.

Wir mussten also nur noch den Weg den Berg rauf finden. Berge waren ja überall. Wege eher nicht...


Nach erneutem Nachfragen haben wir hinter einem Kuhhirten mit 6 Kühen einen steinigen Pfad erklommen. Dann kam ne Kurve. Ich wollte ja nach links...aber die anderen wollten lieber den schmäleren Pfad gradeaus...


War auch echt wunderschön da. Blauer Himmel, mit weißen Wolken, herbstlich bunter Wald, graue Felsen.


Nur Paraglider waren weit und breit nicht zu sehen. Das war uns erstmal egal. Wir haben halt etwas die natürliche Stille auf dem Berg genossen, Schmetterlinge beobachtet und Kuhfladen vermieden. Wärs ein wenig wärmer gewesen und hätte ich ein Buch gehabt, hätte ich mich da erstmal nicht mehr wegbewegt.


Aber wir wollten ja nun doch eigentlich - wenn schon nicht am gleichen Tag fliegen - wenigstens noch rausfinden, wo man da eigentlich hin muss. Wir waren sowieso ewas verwirrt, dass wir da irgendwo in die Pampas geschickt wurden, wo wir doch eigentlich vom Maschuk, der direkt hinter Uni liegt, springen wollten. So haben wir halt noch ein wenig die Aussicht genossen und haben uns dann wieder an den Abstieg gemacht.
Unten angekommen wurde unsere Aufmerksamkeit erstmal auf ein am Wegrand liegendes Handy gelenkt. Katha (siehe Foto oben) war mutig genug eine der eingespeicherten Nummern (Mama Handy) zu wählen und sich mit der anwortenden Frau auseinander zu setzen. Es hat zwar etwas gedauert, aber dann hat die gute Frau am anderen Ende doch noch verstanden, was wir wollten. Der Sache etwas abträglich, war die Tatsache, dass wir nicht wirklich wussten, wie der Ort (falls es einer war) hieß. Naja, w konzje konzow (letztendlich) haben wir verabredet, dass das Handy bei uns im obschtschedschitije (Wohnheim) (transliteriert sehen russische Wörter ja mal total beknackt aus) abgeholt wird. So haben wir also dafür gesorgt, dass die Besitzerin sich jetzt nicht schwarz ärgern muss. :-)
Naja, aber den Gleitschirmen hat uns diese Episode auch nicht näher gebracht.
Wir also wieder zurück zum Kulturpalast. Doch noch mal jemanden fragen...
Ok, wieder die gleiche Anweisung: Hinterm Haus den Pfad hoch. Ca. 1 Kilometer, dann werdet ihr den "Deltaklub" sehen...


Der Pfad, der sich uns darbot, war ein sehr steiles Trampelpfädchen und wir wären beim besten Willen nicht darauf gekommen, dass der uns zum Ziel führt.
Anstrengend wars und immernoch schön. Aber doch etwas frustrierend. Also erst noch mal Pause auf einem Felsbrocken.

Katha war total unmotiviert, aber Anne wollte nicht aufgeben. Also haben wir uns weiter den Berg raufgequält und kamen auf einen mehr oder weniger befestigten Weg. Dem Gleichen, den wir langgekommen wären, wären wir zwei Stunden früher links abgebogen, statt gradeaus zu gehen...jaja.
Kurve um Kurve und man hat immer noch nichts gesehen.
Aber dann, endlich: ein fliegender Schirm!
Wo Schirme fliegen, müssen auch Menschen sein, die machen können, dass wir fliegen, dachten wir uns. Und tatsächlich, siehe da, nach der nächsten Kurve tat sich uns das Deltacamp auf.
Das war allerdings wie ausgestorben. Türen standen offen und Autos auch, aber keine Menschenseele weit und breit (außer in der Luft). Die einzigen Lebewesen, die von uns allerdings auch nur wenig Notiz nahmen, waren ein Hund und eine Katze.

Da hatten wir es also endlich gefunden und waren doch schon wieder kurz davor kehrtzumachen und wann anders wiederzukommen, da zeigte sich plötzlich ein Mensch. Er hat uns nicht grade freudig begrüßt, doch als wir fragten, ob man da denn wohl paragliden könnte, meinte er: Nu, konjeschno. (Ja, natürlich.)

Von da an gings plötzlich ganz schnell, er meinte noch, dass halt nur Zweisitzer möglich ist, dann hat er seinen Schirm aus dem Schuppen geholt, wir sind ein paar Meter zur Startwiese gelaufen und schon war Katha in der Luft.

Leider war es schon etwas spät und die Sonne verschwand grade hinterm Berg. Kühl wurde es leider auch, aber: wir hatten es geschafft!!!

Selbstlos, wie ich bin, habe ich mich bereit erklärt als letzte zu fliegen. So durfte ich Annes Nervosität und Kathas Freude nach der Landung miterleben. :-)

Etwas komisch ist es natürlich schon, sich in völlig fremde Hände zu begeben, wenn man nicht mal wirklich versteht, was man tun soll. Aber so viel zu tun gibt es eigentlich nicht. Nur der Start ist etwas schwierig. Aber wir haben es alles geschafft. Und es war echt schön. Man hat kaum gemerkt, dass man nur an einem Stückchen Stoff in der Luft hängt. Es war zwar ziemlich kühl und der Wind rauschte einem in den Ohren, aber so ähnlich müssen sich wohl auch Vögel fühlen. :-)
Da es schon so spät war, sind wir alle nur ca. 15Minuten geflogen. Normalerweise ist ein bezahlter Flug wohl länger, deshalb haben wir etwas Rabatt bekommen und haben alle zusammen 2000Rubel (ca. 6o€) bezahlt.
So, hier ein Foto von mir am rosa Schirm, auch wenn man natürlich nicht erkennt, dass da wirklich ich dranhänge. Aber ich wars. ;-)

Als wir fertig waren hatten wir sogar noch das Glück von jemandem im Auto mitgenommen zu werden, so dass wir nicht mehr den Berg runterkraxeln mussten. Wir waren ja auch schon genug herumgeklettert um den Platz überhaupt zu finden.
Die Rückfahrt in der marschrutka war etwas kühl, aber alles in allem, war es doch ein sehr gelungener Tag, an dem doch immer alles irgendwie so gekommen ist, wie es sollte.
Wären wir zum Beispiel zwei Stunden früher beim Deltaklub angekommen, wäre es noch windstill und ziemlich grau gewesen, das heißt, es wäre nur halb so toll gewesen. So hatten wir noch eine schöne Wanderung und den richtigen Wind zum Paragliden.
Beschwingt,
Isa

Obstsalat

So, hier ein paar Obstfotos, weil das Obst hier so toll ist.

Die Melonenzeit ist allerdings schon fast vorbei und so richtig Spaß macht Wassermelone ja auch vor allem, wenn es heiß ist.


Zum Feigenfan bin ich in Sotschi geworden, da waren die immer so richtig schön reif und leider kaum noch zu kriegen.
Äpfel gibt es naatürlich zu Hauf und meistens sehr billig.Sharonfrüchte (oder wie auch immer die in Deutschland heißen) und Granatäpfel haben grade Hochsaison.


Granatäpfel sind vor allem cool zu Fotografieren. Das Essen ist ja eher mühsam.

Diese Trauben wuchsen am Balkon in Sotschi.

Ich hoffe, euch läuft das Wasser im Mund zusammen,

Isa